Die Gartensaison ist in vollem Gange – und damit normalerweise auch die Zeit regelmäßig gemähter Grünflächen in unseren Städten und Gemeinden. In den vergangenen Wochen konnten Bürgerinnen und Bürger jedoch vermehrt feststellen, dass einige öffentliche Flächen bewusst ungemäht geblieben sind. Was auf den ersten Blick möglicherweise ungepflegt erscheint, verfolgt ein wichtiges Ziel: den Schutz und die Förderung unserer heimischen Insektenwelt.
Im Rahmen der kommunalen Biotopverbundplanung der Vereinbarten Verwaltungs-gemeinschaft Bad Friedrichshall, Oedheim und Offenau werden ausgewählte Grünflächen gezielt extensiv gepflegt. Ungemähte Bereiche bieten wertvolle Rückzugs- und Lebensräume für zahlreiche Tierarten: Wildbienen finden in hohlen Pflanzenstängeln geeignete Nistplätze, Schmetterlinge legen ihre Eier an Blättern ab und Vögel wie der Stieglitz ernähren sich von den Samen verblühter Pflanzen. Solche Flächen sind deshalb weit mehr als „Wilde Grünflächen“ – sie stellen wichtige Biotope innerhalb unserer Kulturlandschaft dar.
Die Bedeutung dieser Lebensräume wird auch wissenschaftlich bestätigt. Zahlreiche Studien, darunter die vielbeachtete „Krefelder Studie“ aus dem Jahr 2017, dokumentieren einen dramatischen Rückgang der Insektenbestände seit den 1970er Jahren. Dabei sind Insekten für das ökologische Gleichgewicht und auch für uns Menschen unverzichtbar. Sie bestäuben einen Großteil unserer Kultur- und Wildpflanzen und leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur Nahrungsmittelproduktion. Ohne Insekten würden zudem viele Tierarten wie Vögel, Fledermäuse oder Spinnen ihre Lebensgrundlage verlieren.
Mit der Förderung naturnaher Grünflächen möchten die Kommunen Bad Friedrichshall, Oedheim und Offenau einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten. Ziel der Biotopverbundplanung ist es, wertvolle Lebensräume zu sichern, miteinander zu vernetzen und neue ökologische Trittsteine innerhalb der Gemeinden zu schaffen.
Gleichzeitig möchte die Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft auf den fortschreitenden Verlust der Artenvielfalt aufmerksam machen und aufzeigen, dass bereits kleine Maßnahmen eine große Wirkung entfalten können. Jeder Einzelne kann im eigenen Garten einen Beitrag zur Förderung der Biodiversität leisten – beispielsweise durch ungemähte Wiesenbereiche, heimische Pflanzen, Blühflächen oder naturnahe Gartengestaltung. So entstehen auch im privaten Umfeld wichtige Lebensräume für Insekten und andere Tiere.
Die Kommunen laden deshalb alle Bürgerinnen und Bürger dazu ein, gemeinsam Verantwortung für Natur und Umwelt zu übernehmen – für mehr Artenvielfalt und eine lebenswerte Zukunft auch für kommende Generationen.
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Dann steht Ihnen die Projektleiterin Annabelle Mall vom Büro ZUKUNFTSWEGE gerne zur Verfügung (Tel.: 0151-42571782, E-Mail: kontakt(@)zukunftswege.info).