Stadt Bad-Friedrichshall

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Weg des Erinnerns

Station 2 - Der KZ-Friedhof

 

Massengrab

Der heutige Friedhof des KZ Kochendorf war ursprünglich der Ort, wo die ums Leben gekommenen Häftlinge begraben wurden. Die Wahl der KZ-Kommandantur fiel vermutlich auf diesen Platz, weil er nicht weit vom KZ entfernt, dafür aber für Zivilisten kaum einsehbar war. Die heutige, an den Friedhof angrenzende Siedlung entstand erst nach dem Krieg.

Die ersten Toten wurden hier im Oktober 1944 vergraben. Nachkriegsuntersuchungen ergaben, dass die SS-Wachmannschaft Gruben für sechs bis acht Leichen ausheben ließ. Erst wenn es in den Gruben keinen Platz für weitere Leichen gab, wurden sie mit Erde bedeckt. Die Toten wurden ohne Häftlingskleidung oder Hinweise auf ihre Identität begraben. Die Bestattungen musste ein Sonderkommando aus Häftlingen ausführen. Nach verrichteter Arbeit erhielten die Häftlinge des Kommandos eine extra Portion Essen.

Bis das KZ Kochendorf Ende März 1945 evakuiert wurde, wurden an diesem Platz knapp 200 tote Häftlinge begraben. Die letzten Opfer wurden hier in der Nacht auf den 31. März 1945 beigesetzt. Diese 12 bis 15 tote und im Sterben liegenden Häftlinge waren am Bahnhof Kochendorf abgeladen worden; woher sie kamen, ist nicht bekannt. Auf Anweisung eines Arztes der Organisation Todt – einer paramilitärischen NS-Bauorganisation, die auch in Kochendorf tätig war – wurden auch die noch lebenden Häftlinge begraben. Das KZ Kochendorf war zu diesem Zeitpunkt bereits evakuiert.

Gedenkstätte nach 1945

Erste Anfragen von Angehörigen verstorbener Häftlinge nach den Gräbern erreichten das Rathaus in Bad Friedrichshall nach dem Krieg noch im Jahr 1945. 1946 beschloss der Gemeinderat, das Massengrab als „Waldgrab“ herzurichten. Der Friedhof wurde mit einem Birkenkreuz versehen, mit der Aufschrift „Hier ruhen die Toten des KZ-Lagers 1944/1945“.

1953 ließ eine französische Kommission die Leichen des KZ-Friedhofs exhumieren, um die Identitäten und Todesursachen festzustellen. Daraus entstand eine 66-seitige Totenliste des KZ Kochendorf. Anschließend wurde der Friedhof mit einer Mauer eingegrenzt und als Gedenkstätte angelegt. 1959 wurden 210 auf Todesmärschen zum KZ Dachau im Frühjahr 1945 ums Leben gekommener Häftlinge in Kochendorf beigesetzt. Auf Wunsch betroffener Nationen waren zuvor mehrere Tote zu anderen Gedenkstätten umgebettet worden, so dass heute 382 KZ-Tote auf dem Friedhof begraben sind. Bei der Neuanlage ersetzte die Stadt Bad Friedrichshall das Birkenkreuz durch ein Steinkreuz mit der Aufschrift „Zur Ehre von 390 Toten des 2. Weltkriegs“. Damit war für Besucher nicht mehr erkennbar, dass es sich um Opfer nationalsozialistischer Gewaltverbrechen handelte. Auf Kritik wurde 1961 eine ergänzende Tafel rechts am Eingang des Friedhofs angebracht, die aber etliche Fehler enthält. Auf Bitte eines überlebenden ungarischen Juden des KZ Kochendorf wurde 1999 eine Gedenktafel in hebräischer Sprache angebracht. Einige Jahre später wurde die Tafel durch eine in deutscher Sprache ergänzt.

Es ist davon auszugehen, dass es noch unentdeckte Gräber von Toten des KZ in der Umgebung des Friedhofs und des frühren Lagers gibt.

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