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Weg des Erinnerns

Station 4 - KZ-Platz

 

KZ für 1500 Häftlinge

Im August 1944 errichtete das staatliche, paramilitärische Bauunternehmen Organisation Todt an dieser Stelle ein KZ aus Baracken, Stacheldraht, elektrisch geladenem Zaun und vier Wachtürmen. Westlich des 1944 schon bestehenden Feldwegs entstanden Baracken für die SS-Wachmannschaft. Das KZ war eines der zahlreichen Außenlager des NZ Natzweiler im Elsass. Seine Aufgabe war es, die Baustellen und Rüstungsbetriebe mit Sklavenarbeitskräften zu versorgen.

Am 21. August trafen Teile der Wachmannschaft ein, die beim Errichten des Lagers mithalfen. Der Aufbau war noch nicht abgeschlossen, als am 3. September ein Transport mit 653 KZ-Häftlingen und eigener Wachmannschaft eintraf. Häftlinge dieses Transports waren vor der heranrückenden US-Armee in Lothringen evakuiert und auf der Fahrt nach Kochendorf umdirigiert worden. Da das Lager für eine solche Menge Häftlinge zu klein war, wurde ein Teil der Gefangenen vorübergehend nach Heilbronn beordert, um dort beim Aufbau eines weiteren KZ zu helfen. Das KZ Kochendorf wurde vergrößert; die SS ließ zusätzliche Baracken und zwei weitere Türme errichten.

Die Lebensbedingungen im Lager waren hart. Die genormten Baracken der Typen RLM und RAD boten keinen ausreichenden Schutz vor Kälte im Winter. Für die kleinen Holzöfen in den Häftlingsbaracken fehlte oftmals das Holz zum Heizen. Bei Regen bildeten sich im Barackenbereich große Pfützen und der Boden verwandelte sich in Schlamm, in dem die Gefangenen häufig ihre Holzpantinen verloren. Als am 1. Oktober 700 Häftlinge aus dem KZ Sachsenhausen eintrafen, war die Vergrößerung des Lagers noch nicht abgeschlossen, so dass viele Häftlinge in Zelten untergebracht wurden.

Vom KZ aus marschierten die Häftlinge in Kolonnen zu ihren Arbeitsplätzen im Bergwerk und zu anderen Orten in der Umgebung. Im Zentrum des KZ-Platzes fanden zwei Hinrichtungen statt. Am 26. Oktober 1944 hängte die SS den ungarischen Juden Miklos Klein wegen angeblicher Sabotage. Am 7. November folgte die Erhängung des russischen Kriegsgefangenen Viktor Ivanoff, der nach einer zweitägigen Flucht ergriffen worden war. Ivanoff weigerte sich, das Versteck seiner beiden mit ihm geflohenen Kameraden preiszugeben. Während der Erhängungen mussten alle Häftlinge im Lager antreten und zusehen. Dabei spielten sich nach Zeugenaussagen dramatische Szenen ab.

Das KZ bestand bis zum 30. März 1945. Dann wurden die letzten Häftlinge vor der herannahenden Front nach Dachau abtransportiert. Kurz vor der Auflösung hatte das KZ mit 1500 Häftlingen seine maximale Belegung erreicht. Dem standen ca. 90 Wachsoldaten der Waffen-SS und Wachpersonal der Organisation Todt gegenüber.

Das Lagergelände nach dem Krieg

Nach dem Krieg holte sich die Bevölkerung aus dem verlassenen Barackenlager, was sie gebrauchen konnten: Schöpfkelle für die Suppe, Töpfe, verzinkte Pfosten des Elektrozauns, Farbe und sogar ganze Baracken. Die Reste des Lagers mussten NS-Belastete auf Anweisung des Landrats 1946 (und vermutlich auf Anweisung der US-Militärregierung) im sogenannten „Ehrendienst“ abräumen. Übrig blieben die Fundamente der betonierten Gebäude. Zwei dieser Fundamente neben dem heutigen Gedenkstein wurden 1990 entfernt. Ein weiteres mit Erde bedecktes Fundament befindet sich heute noch in dem Acker.

Der Gedenkstein zur Erinnerung an die Verbrechen im KZ Kochendorf wurde 1996 errichtet.

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