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Weg des Erinnerns

Station 5 - Schacht mit Bunker

 

Im Frühjahr 1944 beschloss die deutsche Reichsregierung, das Salzbergwerk Kochendorf zu einer unteririschen Rüstungsfabrik auszubauen. Dazu sollten zwei weitere Zugänge zum Bergwerk zur Ein- und Ausfuhr von Material und Rüstungsgütern gegraben werden. Einer dieser neuen Zugänge sollte an dieser Stelle auf dem Lindenberg entstehen. Der Ort war so gewählt, dass der Schacht nicht direkt auf die unterirdischen Kammern im Bergwerk in 200 Meter Tiefe trifft. Die Verbindung von Bergwerk und Schacht sollte erst durch einen Tunnel hergestellt werden. Dies war eine Vorsichtsmaßnahme, weil Bergfachleute einen Wassereinbruch durch den neuen Schacht befürchteten.

Erste Pläne für den Schacht legte die Zentralstelle für bergbauliche Sonderaufgaben im Mai 1944 vor. Die Pläne sahen vor, den fast sieben Meter breiten Schacht auf dem Lindenberg mit einem gewaltigen Bunker vor Luftangriffen zu schützen. Einen Ausgang sollte es deshalb auf dem Lindenberg nicht geben. Dieser war geschützt im Tal 170 Meter entfernt vom Schachtansatz vorgesehen. Dazu musste wiederum ein Tunnel gegraben werden.

Am 1. Oktober 1944 begannen die Grabarbeiten an dem vertikalen Schacht, der im Bergbau als Saigerschacht bezeichnet wird. Auf der mit dem Bau beauftragten Vereinigte Untertage- und Schachtausbau GmbH (Veruschacht), einem Tochterunternehmen der Hochtief AG, lastete Druck, schnell voranzukommen. Doch neben Materialmangel fehlte es auch an Arbeitskräften. Der örtliche Veruschacht-Chef, Helmut Broska, teilte zu Baubeginn mit: „Die fehlenden Ostarbeiter müssen unbedingt zur Einhaltung des Zeitplans gestellt werden. K.Z.-Sträflinge können beim Saigerschacht nicht eingesetzt werden.“ Die Rüstungsindustrie hatte KZ-Häftlinge für den Bau und den Betrieb der unterirdischen Rüstungsfabrik angefordert. Doch die Häftlinge, die ab September 1944 nach Kochendorf kamen, konnten, obwohl sie zum Teil nach ihren Berufen für die Zwangsarbeit ausgesucht worden waren, insbesondere nicht für alle Spezialarbeiten verwendet werden. Meistens mussten sie schwere Hilfstätigkeiten ausführen.

Ab Dezember 1944 war im Saigerschacht ein monatlicher Aushub von 25 Metern geplant, der später auf 40 Meter gesteigert werden sollte. Doch der starke Zufluss von Oberflächenwasser verzögerte den Baufortschritt von Anfang an. Am 1. Februar 1945 war der Schacht erst 61 Meter tief. Noch größere Probleme erwarteten die Bergfachleute durch eine wasserführende Gesteinsschicht in einer Tiefe von 100 Metern. Dann rückte die Front immer näher. Ende März 1945 mussten die Arbeiten bei einer Tiefe von 87 Metern schließlich abgebrochen werden. Am 13. April wurde Bad Friedrichshall von der US-Armee besetzt.

Nach dem Krieg wurde der Schacht zuerst mit Holzbohlen auf Eisenträgern gesichert, später wurde eine Betonplatte darüber gelegt; daneben ließ die Kommune einen Spielplatz anlegen. 2003 wurde der Schacht aus Sicherheitsgründen verfüllt.

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