Stadt Bad-Friedrichshall

Seitenbereiche

  • wechselbild
  • wechselbild
  • wechselbild
  • wechselbild
  • wechselbild
  • wechselbild
  • wechselbild
  • wechselbild

Seiteninhalt

Mieczyslaw Wisniewski: KZ-Geschichte in Bildern

Der Pole Mieczyslaw Wisniewski wird nach dem Warschauer Aufstand verhaftet und nach Deutschland verschleppt. 1944 kommt er in das KZ Kochendorf und überlebt auch den anschließenden Todesmarsch. Nach dem Krieg arbeitete Wisniewski wieder in seinem Beruf als Kunstmaler und fertigte Bilderserien zu seiner Haftzeit und zum Todesmarsch an, die in der KZ-Ausstellung der Gedenkstätte Kochendorf zu sehen sind.

Der gelernte Kunstmaler und Graphiker Mieczyslaw Wisniewski ist erst 19 Jahre alt, als er zusammen mit seinem Bruder grundlos in Warschau festgenommen und nach Deutschland verschleppt wird. Die Brüder kommen zunächst in das KZ Dachau und werden von dort aus in das KZ Mannheim-Sandhofen deportiert, wo sie für Daimler-Benz Zwangsarbeit leisten müssen. Nach einem Bombenangriff wird sein Bruder verletzt und Mieczyslaw muss mitansehen, wie er von einem SS-Mann erschossen wird. Auch das Daimler-Benz Werk wird bei diesem Angriff zerstört und die Häftlinge können nicht mehr zur Arbeit. Da die Alliierten immer näher rücken, wird das Lager in Mannheim-Sandhofen geräumt und alle arbeitsfähigen Männer werden mit dem Zug nach Kochendorf abtransportiert.

Verschiedene Arbeitskommandos im KZ

Dort muss Wisniewski kurz nach seiner Ankunft im Salzbergwerk arbeiten. Vor Schichtbeginn werden sie immer zu zehnt mit einem Fahrstuhl ins Bergwerk hinuntergefahren. Unten erwartet sie jeden Tag ein wütender SS-Mann, der die Männer sobald sie aus dem Aufzug steigen verprügelt, weil es ihm zu lang gedauert hat. Von den Knüppelschlägen verschont bleiben meistens nur die, die als erstes unten ankommen. Wisniewskis Arbeitsplatz ist an einer Maschine, die Maschinenpistolen herstellt. Eine Zeit lang muss er aber auch im Steinträgerkommando arbeiten. Dort ist die Arbeit besonders hart. Die Häftlinge sollen einen Schrägstollen ins Bergwerk graben, damit auch LKWs hineinfahren können. Sie arbeiten im Freien und müssen schwere Steine schleppen. Als Wisniewski dem Totenkommando zugeteilt wird, muss er tote Mithäftlinge, darunter drei Kameraden aus Warschau, im wenige Meter entfernten Massengrab beerdigen. Nach getaner Arbeit werden die Männer vom Totenkommando mit einer Suppe belohnt.

Bild: Im Salzbergwerk sollen die Häftlinge für verschiedene Rüstungsfirmen arbeiten. Dafür müssen anfangs verschiedene Hallen in Produktionsstätten ausgebaut und mit entsprechenden Maschinen ausgestattet werden. Manche Häftlinge stellen im Bergwerk Maschinengewehre her. 

Bilder "gegen das Vergessen"

Als Wisniewski nach dem Todesmarsch in Dachau von den Amerikanern befreit wird, wiegt er nur noch 37 Kilo und ist schwer an Typhus erkrankt. Doch der junge Mann erholt sich und kehrt in seine Heimat Polen zurück, wo er wieder als Künstler arbeitet. Das Malen hilft Wisniewski möglicherweise, die schlimmen Erlebnisse als KZ-Häftling besser zu verarbeiten. Für die KZ-Gedenkstätten Mannheim-Sandhofen und Kochendorf fertigte er ganze Bilderserien an, die in den Gedenkstätten selbst und auch im Mannheimer Reißmuseum zu sehen sind. Weitere Bilder zeichnete er 1995 für eine Ausstellung über den Todesmarsch. Dank seines fotografischen Gedächtnisses konnte er viele Einzelheiten detailgetreu auf dem Papier umsetzen und leistete damit einen wichtigen Beitrag "gegen das Vergessen".

Anmerkungen:

Dieser Text basiert auf "Vernichtung durch Arbeit - Rüstung im Bergwerk. Die Geschichte des Konzentrationslagers Kochendorf - Außenkommando des KZ Natzweiler-Struthof" von Klaus Riexinger und Detlef Ernst. (Silberburgverlag, 2003)

Kontakt

Kontakt

Stadtverwaltung Bad Friedrichshall

Rathausplatz 1
74177 Bad Friedrichshall

Telefon: 07136 / 832-0
Telefax: 07136 / 832-100

E-Mail schreiben

Öffnungszeiten

Rathaus Bad Friedrichshall
Mo 8.30 - 12.00 Uhr und 14.00 - 16.00 Uhr
Di 8.30 - 12.00 Uhr und 14.00 - 18.30 Uhr
Mi nach Terminvereinbarung
Do 8.30 - 12.00 Uhr und 14.00 - 16.00 Uhr
Fr 8.30 - 12.00 Uhr
Außerhalb der Öffnungszeiten nach Terminvereinbarung
Schriftgröße