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Wer war Miklos Klein?

Im Wochenbericht der letzten Septemberwoche 1944 steht unter besondere Vorkommnisse: "Der ungarisch-jüdische Häftling Nr. 18.057. - Klein Miklos - begeht auf seiner Arbeitsstelle Sabotage durch Unterbrechung der Lichtleitung." Das ist eine Anschuldigung, die nie bewiesen wird und Miklos Klein das Leben kostet. Denn einen Monat später wird der ungarische Häftling im Lager vor den Augen der anderen Insassen gehängt.

Ein junger rothaariger Mann in blau-weißer Häftlingsuniform wird von SS-Soldaten auf den Appellplatz des Lagerhofs gezerrt. Dort haben sich bereits alle Häftlinge versammelt. Jedoch nicht wie sonst zum Zählappell, sondern weil sie zusehen sollen, wie der ungarische Jude Miklos Klein am Galgen im Hof gehängt wird. Miklos Klein wird beschuldigt im Salzbergwerk eine Lichtleitung sabotiert zu haben. Als er erkennt, dass der Galgen ihm gilt, versucht er panisch zu flüchten. Er reißt sich von den Wachmännern los und rennt vor zum Lagertor. Die SS-Soldaten lassen den erschreckten Häftling zunächst flüchten, fangen ihn dann aber wieder ein. Das wiederholen sie einige Male und amüsieren sich dabei. Sie lachen laut, während Miklos Klein in Todesangst immer wieder versucht zu entkommen. Die anderen Häftlinge müssen alles mitansehen und können ihm nicht helfen. Dann muss sich Miklos Klein mit einer Schlinge um den Hals auf einen Stuhl stellen. Der Lagerkommandant Büttner schlägt den Stuhl unter seinen Füssen weg und Miklos Klein, der Häftling mit der Nummer 18.057., ist wenige Minuten später tot.

Bild: Der judische Häftling Miklos Klein wird im KZ Kochendorf unschuldig gehängt Dieses Bild zeigt einen Galgen im Hauptlager Natzweiler-Struthof.

Reine SS-Willkür

Miklos Klein war bei seinem Tod erst 37 Jahre alt. Er kam aus der ungarischen Stadt Kisvarda. Die Erhängung soll zwischen dem 22. und 28. Oktober 1944 stattgefunden haben. Landarbeiterinnen konnten von einem Feld aus alles mit ansehen und haben später als Zeugen ausgesagt. Doch auch die meisten überlebenden Häftlinge erinnern sich an den grausamen Vorfall. Es gab nie Beweise für die Anschuldigungen der SS-Leute. Manche der ehemaligen Häftlinge vermuteten einen Kurzschluss als Ursache für die defekte Lichtleitung. Andere wiederum spekulierten, Klein habe sich im Bergwerk an einen Schalter gelehnt, was ihm dann als Sabotage angerechnet wurde. Der ehemalige Häftling Emile Delaire war der Ansicht, Miklos Klein wollte mit einem Stück Kabel lediglich seine Holzschuhe zuschnüren. Trotz der unterschiedlichen Versionen zum möglichen Tathergang, waren sich alle in einer Sache einig: Es war keine Sabotage, sondern reine SS-Willkür. Miklos Klein wurde unschuldig gehängt. Dadurch wurde er zu einer zentralen Figur im Lager und zu einem Symbol für die grausamen Vorgänge im KZ.

Klaus Riexinger und Detlef Ernst haben im Jahr 2000 die Stiftung der Gedenkstätte Kochendorf nach ihm benannt.

Video: Interview mit Klaus Riexinger

Wer Miklos Klein eigentlich war und warum die Stiftung der KZ-Gedenkstätte Kochendorf seinen Namen trägt.

Zur Person:

Klaus Riexinger leitet seit 2002 die Gesamtredaktion der Wochenzeitung "Der Sonntag" in Südbaden. Zusammen mit Detlef Ernst schrieb er das Buch "Vernichtung durch Arbeit - Rüstung im Bergwerk" über die Geschichte des Konzentrationslagers Kochendorf. Im Jahr 2002 wurden sie dafür im Rahmen des Landespreises für Heimatforschung geehrt.

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