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Weg des Erinnerns

Station 1 - Bahnhof Kochendorf

 

Der Bahnhof Kochendorf wurde in der letzten Kriegsphase zum Umschlagplatz für KZ-Häftlinge sowie Maschinen und Baumaterial für die Rüstungsindustrie. Die ersten  Maschinen der Firma Heinkel-Hirth kamen im August 1944 an. Sie wurden auf eine Kleinbahn verladen und zum Schacht auf der anderen Seite der Gleise befördert. Das Bergwerk wurde zur unterirdischen Rüstungsfabrik ausgebaut. Bis März 1945 brachten immer mehr Rüstungsunternehmen Maschinen ins Bergwerk. Der Bahnhof sollte auch zum Abtransport fertiger Rüstungsgüter wie Turbinen für Kampfflugzeuge, Motoren für U-Boote, Getriebe für Panzer und Maschinenpistolen dienen. Aus diesem Grund führte eine weitere Kleinbahn zu zwei im Bau befindlichen neuen Zugängen des Bergwerks.

Am 3. September 1944 stiegen am Bahnhof die ersten KZ-Häftlinge aus einem Zug. Der Transport mit 653 Gefangenen kam aus Thil und Deutsch-Oth in Lothringen. Die SS hatte die dortigen Außenlager des KZ Natzweiler vor der vorstoßenden US-Armee evakuieren lassen. Als der Transport in Koblenz angekommen war, entschied die Kommandantur in Natzweiler, Wachmannschaft und Häftlinge nach Kochendorf zu schicken, wo gerade ein neues KZ errichtet wurde. Die meisten der Häftlinge waren ungarische Juden, die im Frühjahr 1944 nach Auschwitz deportiert worden waren. Ihre Familien wurden vergast, arbeitsfähige Männer und Frauen zur Sklavenarbeit selektiert. In dem Transport nach Kochendorf befand sich auch ein toter Häftling. Die SS setzte die Häftlinge als Sklavenarbeitskräfte in der unterirdischen Fabrik ein.

Am 1. Oktober 1944 folgte ein zweiter Transport: Ein Zug aus Sachsenhausen brachte 700 Häftlinge zahlreicher Nationen ins KZ Kochendorf. Die größten Gruppen stellten Sowjets, unter denen sich viele Kriegsgefangene befanden, und Deportierte aus Frankreich, die zum Teil Widerstandskämpfer waren.

Drei Wochen später, am 23. Oktober, verlud die Waffen-SS 92 kranke und erschöpfte Kochendorfer Häftlinge in einen Zug, der sie in das Außenlager Allach des KZ Dachau brachte. Fast alle Häftlinge waren ungarische Juden, die nach nur knapp zwei Monaten im KZ Kochendorf nicht mehr arbeitsfähig waren.

Der nächste Transport mit Häftlingen traf vermutlich am 3. Januar 1945 aus dem KZ Flossenbürg ein. Der Zug war mit dem Ziel Dachau losgefahren, aus unbekanntem Grund aber nach Kochendorf umgeleitet worden. Am 24. Januar wurden die Häftlinge zurück nach Flossenbürg transportiert. Mindestens 3 der 101 Häftlinge verschiedener Nationen hatten Transport und Lageraufenthalt nicht überlebt.

Im Februar 1945 brachte ein Transportzug 50 nicht mehr arbeitsfähige Häftlinge ins sogenannte Sterbelager nach Vaihingen bei Ludwigsburg. Die letzten beiden Häftlingstransporte erreichten Kochendorf am 10. März. Zuerst traf ein Transport mit 200 Häftlingen aus Unterriexingen ein, wo ein Nebenlager des KZ Vaihingen bestand. Fast alle Verschleppten waren polnische Juden. Die SS empfing die Gefangenen mit Wachhunden. Vermutlich am selben  Tag kamen Häftlinge aus dem KZ Mannheim-Sandhofen an. Die meisten waren Polen aus Warschau.

Die Evakuierung des KZ Kochendorf zeichnete sich zu diesem Zeitpunkt bereits ab. Am 29. März 1945 war es soweit. 398 Häftlinge, die meisten von ihnen aus dem Krankenrevier des KZ, wurden von Bauern mit Pferdewagen zum Bahnhof gebracht. Der Abtransport verzögerte sich jedoch um einige Stunden, weil die Verpflegung fehlte. Der Bahnhofsvorsteher entschied schließlich, dass der Zug ohne Lebensmittel losfahren sollte. Mindestens 54 Häftlinge starben auf dem Weg nach Dachau – an Hunger, Kälte, Schwäche und an Schlägen der Wachmannschaft.

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