Miklos-Klein-Stiftung sucht Alltagsgegenstände
Besitzen Sie scheinbar kleine Dinge aus den Jahren um 1930 bis 1946, von Geschirr mit einem Aufdruck „Reichsarbeitsdienst“ oder „Organisation Todt“ über Briefe bis zum Album mit vergilbten Fotos aus Kochendorf, Saline Jagstfeld usw.? Wir interessieren uns speziell für Alltagsdinge. Sie hellen damit diesen Teil unserer Stadtgeschichte auf.
Bitte überlassen Sie den Gegenstand dem städtischen Archiv. Wir danken Ihnen im Namen der Forschung und sichern gern Vertraulichkeit zu, z.B. bei Fotos mit Militärangehörigen oder KZ-Häftlingen 1944/45.
Dr. Fenja Sommer, Stadtarchiv, 07136 832 690, fenja.sommer@friedrichshall.de
Hintergrund zur Stiftung:
In einer abgebauten Salzkammer des Besucherbergwerks Bad Friedrichshall-Kochendorf befindet sich die Gedenkstätte des KZ Kochendorf. In der Kammer mussten 1944 und 1945 Häftlinge des KZ Kochendorf, einem Außenlager des KZ Natzweiler, in der Rüstungsproduktion arbeiten. Die Ausstellung befindet sich also am authentischen Ort. Träger der Gedenkstätte ist die nach einem von der SS in Kochendorf ermordeten Häftling benannten Miklos-Klein-Stiftung. Zur Stiftung gehört auch ein Archiv, in dem Fundstücke der Zwangsarbeit und Rüstungsproduktion, Literatur, kopierte und Original-Dokumente aufbewahrt werden. Ein Geschichtslehrpfad zu zahlreichen Orten mit Bezug zum KZ und zur Rüstungsproduktion befindet sich im Aufbau.
Lageralltag: Immer wieder kommen neue Häftlingstransporte am Kochendorfer Bahnhof an. Schon beim Aussteigen hallen den Neuankömmlingen Befehle und lautes Hundegebell entgegen. Sie müssen in Fünferreihen zum Lager marschieren. Die Häftlinge kommen meist aus bereits geräumten Lagern. Häufig werden auch kranke gegen arbeitsfähige Häftlinge ausgetauscht (Zeichnung von Mieczyslaw Wisniewski).