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Aktuelle Nachrichten

Vorsicht, Abzocke!

Polizeipräsidium Heilbronn und Stadt Bad Friedrichshall stellen neues Präventionsformat vor
 
3500 Haushalte werden bei gemeinsamen Kriminalpräventionsprojekt „Telefonbetrug, falscher Polizeibeamter und Enkeltrick“ persönlich angeschrieben
 
Immer wieder werden ältere Menschen Opfer von Betrügern. Eine ihrer Maschen ist der sogenannte „Enkeltrick“, bei dem sich fremde Personen am Telefon als Verwandte und Bekannte ausgeben und meist hohe Geldbeträge fordern. Eine andere Masche sind die Anrufe von falschen Polizisten, die vor Betrügern warnen, ganz dreist erscheint sogar die 110 auf dem Display des Telefons. Hierbei haben die Kriminellen nur ein Ziel: sie wollen an das ersparte Geld der Rentner kommen.
 
Das Ziel der neuen Präventionsmaßnahme ist, der steigenden Zahl an Enkel- und falsche Polizistentricks entgegenwirken, denn „jeder Betrug ist einer zu viel, zumal diese Betrugsform oft existentielle und massive Folgen für die Opfer hat“, so Polizeipräsident Hans Becker. Über 430.000 Euro haben Kriminelle im Jahr 2019 im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn mit Telefonbetrügereien erbeutet. Erst vor kurzem wurden so 43.000 Euro erbeutet. Die Zahlen sind erschreckend und Grund genug für Hans Becker, sich dem Thema persönlich und intensiv anzunehmen. „Die Dunkelziffer ist vermutlich hoch", sagt der Polizeipräsident. Für viele sei es peinlich zugeben zu müssen, auf die Betrugsmasche hereingefallen zu sein. „Sie schämen sich", so Becker, „und verzichten dann darauf, die Tat überhaupt anzuzeigen." Das Unverständnis in der Familie auf längst bekannte Betrügereien reingefallen zu sein, führe zu Scham, aber die Kriminellen sind Profis. „Durch mehrfache Anrufe wird der psychische Druck erhöht und die Gutmütigkeit der Opfer ausgenutzt", warnt Becker.
 
Briefaussendung. Wie erreicht man ältere Menschen, auch gerade in Coronazeiten? So wurde gemeinsam mit der Stadt Bad Friedrichshall und dem Polizeipräsidium ein „Sensibilisierungsschreiben“ verfasst, welches jeder Bad Friedrichshaller Seniorin und jedem Senior ab 65 Jahren, insgesamt 3500 Haushalte, persönlich übersandt wird. Das Schreiben beinhaltet Informationen zum Deliktsbereich und der beigelegte Flyer „Vorsicht Abzocke“ enthält Verhaltenshinweise und Tipps wie man sich schützen kann. Entstanden ist die Idee der gemeinsamen Aktion bei der Verleihung des Zivilcouragepreises in Bad Friedrichshall.
 
Umfassendes Konzept. Im Rahmen einer Pressekonferenz im Rathaus Bad Friedrichshall informierten Polizeipräsident Hans Becker, Polizeirätin Lisa-Maria Klesse, Leiterin des Referats Prävention und Bad Friedrichshalls Bürgermeister Timo Frey über das gemeinsame Projekt gegen die Betrugsmaschen. Polizeirätin Klesse erklärt, dass sich das Konzept vorwiegend an ältere Menschen richte, aber ganzheitlich auch an alle Altersklassen. Kinder und Enkel müssen die Senioren aufklären und warnen, aber auch externe Sensibilisierungen sind nötig. Wichtig sind dabei Taxifahrer, denn sie fahren ältere Leute zur Bank, aber auch Täter benutzen Taxis. Dabei sollen die Fahrer auf Warnsignale achten. Wenn Seniorinnen und Senioren größere Geldbeträge abheben, müssen aber auch besonders die Banken hellhörig werden. Auch hier gibt es entsprechende Präventionsangebote der Polizei für Banken.
 
Wenn das Geld aber im Safe liegt, könne man wenig machen, so Polizeiräten Klesse. Deshalb bietet die Polizei Vorträge in gefährdenden Personenkreisen, man habe mit den Theateraufführungen „Hallo Oma und „Tatort Telefon“ in 22 Aufführungen über 2000 Personen erreicht, mit insgesamt 108 Veranstaltungen bereits 4500 Personen. Leider kam dann Corona und man musste viele Veranstaltungen absagen. Deshalb sei dieser schriftliche Kontakt gerade so wichtig.
 
Dankesschreiben. Jeder vereitelte und angezeigte Betrug erhält Beachtung und so werden alle Betroffenen mit einem Dankesschreiben der Polizei angeschrieben, dass sie nicht auf die Betrugsmasche reingefallen sind. Diese Aktion startete Anfang April, bisher wurden über 200 Briefe verschickt.
 
Hintergrund:
 
2018 gingen die Betrugsanrufe explosionsartig nach oben. 2019 gab es im Heilbronner Land 290 erfasste Enkeltrickbetrugsfälle, davon waren sechs erfolgreich mit einem Schaden von 135.000 Euro. „Falsche Polizisten“ Betrügereien wurden 662 Fälle erfasst, davon waren elf erfolgreich mit einem Schaden von knapp 300.000 Euro.
 
Weitere Informationen unter https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps 

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