TransnetBW informiert:
Im Zuge der untertägigen Arbeiten zur Anbindung des Schachtstandorts in Bad Friedrichshall-Kochendorf haben neue geologische Erkenntnisse eine Anpassung der bisherigen SuedLink-Planung erforderlich gemacht. Deshalb wurden die Arbeiten am Schacht Kochendorf eingestellt. TransnetBW hat gemeinsam mit der SWS AG als Bergwerksbetreiber einen alternativen Lösungsweg entwickelt, der derzeit technisch im Detail ausgearbeitet wird.
Dieser sieht folgendes vor:
- Vertikalbohrungen, zu errichten auf dem Gelände der SWS AG, bilden die Alternative zum Schacht Kochendorf.
- Um die Trasse mit dem Standort der Vertikalbohrungen anzubinden, ist eine längere übertägige Trassenführung als Erdkabel notwendig. Die kleinräumigste Anbindung findet sich auf ca. 3 Kilometer Länge im Kocherumfeld.
- Rund 700 m sind untertägig aufzufahren, um die vertikalen Bohrungen an das bestehende Bergwerksystem anzubinden.
Das bedeutet: SuedLink quert den Raum Heilbronn unter Tage – umgeplant wird jedoch der Standort für die Verbindung ins Bergwerk und die übertägige Trassenführung dorthin. Die Anpassung der Planung betrifft Bad Friedrichshall. Der Schachtstandort in Leingarten ist nicht betroffen.
Hintergrund Geologie: Es besteht das theoretische Restrisiko einer untertägigen wasserführenden Störungszone im Bereich der Streckenauffahrung zum Schacht (nicht am Schacht selbst). Auf die geologische Störung sind TransnetBW und SWS AG im Rahmen der Auswertung von baubegleitenden seismischen Erkundungen gestoßen. Der Bereich der Störungszone wurde in den Jahren 2019 und 2020 mit mehreren untertägigen horizontalen Erkundungsbohrungen untersucht, die zum damaligen Zeitpunkt als trocken und für die Streckenauffahrung unkritisch eingestuft wurden. Folglich hat sich TransnetBW gemeinsam mit der SWS AG dazu entschieden, sich der Störungszone nicht anzunähern, keinerlei Risiko einzugehen und damit den untertägigen Anschluss an den Schacht nicht weiter zu verfolgen.
Nächste Schritte: TransnetBW als Vorhabenträger setzt sich mit den potenziell betroffenen Grundstückseigentümern und Nutzungsberechtigten persönlich in Verbindung. Im Zuge der Prüfung der übertägigen Anbindung finden vorbereitende Arbeiten wie Kartierungen statt. Auch Baugrunduntersuchungen (vstl. im Spätherbst) sind geplant. Für Anfang November ist eine Infoveranstaltung geplant. TransnetBW kommt vor Ort und ordnet die Planungen im persönlichen Gespräch ein. Zuständige Genehmigungsbehörde ist die Bundesnetzagentur. Sie wird das Genehmigungsverfahren inklusive formeller Öffentlichkeitsbeteiligung durchführen.
TransnetBW ist einer von vier Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland und verantwortlich für den sicheren Betrieb des Höchstspannungsnetzes in Baden-Württemberg. Vor dem Hintergrund der Energiewende und des steigenden Anteils erneuerbarer Energien setzt TransnetBW zahlreiche Netzausbauprojekte um, um die Versorgungssicherheit auch künftig zu gewährleisten
SuedLink ist eines der zentralen Infrastrukturprojekte der Energiewende in Deutschland. Die rund 700 Kilometer lange Gleichstromverbindung wird künftig Windstrom aus Norddeutschland in die Verbrauchszentren im Süden transportieren. Das Gemeinschaftsprojekt der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW und TenneT verbindet Schleswig-Holstein mit Baden-Württemberg und Bayern. Durch die hohe Übertragungskapazität trägt SuedLink wesentlich dazu bei, erneuerbare Energien besser in das Stromsystem zu integrieren, Netzengpässe zu reduzieren und die Versorgungssicherheit in Deutschland zu stärken.